29.Mai
2026
2026
Besichtigungstermin bei strahlender Sonne war ein voller Erfolg!
Im April 2024 trafen sich Aktivisten auf Einladung des Vereins Unsere Egge zu einer Baumpflanzaktion gegen die Errichtung eines Nationalparks auf einem Kalamitätsgrundstück der Familie Albers in Neuenheerse. Auf der Fläche wurden Stieleiche, Roteiche, Douglasie, Lärche und Küstentanne neu gesetzt. Im Mai 2026 traf man sich jetzt bei schönstem Sonnenwetter vor Ort wieder, um sich das Ergebnis des Arbeitseinsatzes anzusehen. Dazu gab es eine Einschätzung zur Situation unserer Wälder und ihren Stellenwert in der Politik von MdB Christian Haase, mittlerweile auch Präsident des deutschen Forstwirtschaftsrates, der sich bereits damals an der Pflanzaktion beteiligt hat. Er beobachtet mit Sorge, dass in der aktuellen Diskussion teilweise der Eindruck entsteht, nachhaltige Waldbewirtschaftung und die sichtbaren Schäden in unseren Wäldern stünden in einem direkten Zusammenhang. Damit macht man es sich zu einfach, denn der Klimawandel schreitet schneller voran, als sich unsere Wälder aus eigener Kraft anpassen können. Dürre, Hitze und Extremwetter hinterlassen längst sichtbare Spuren und die Erwartungen an unseren Wald steigen. Er soll vieles gleichzeitig leisten: Klimaschutz, Lebensraum, Erholung und Rohstoffversorgung fallen in seinen Aufgabenbereich und es entsteht eine Schieflage zwischen politischen Erwartungen und der Realität draußen im Wald. Aber der klimaresiliente Wald der Zukunft wächst nicht an Schreibtischen, sondern durch Waldbesitzer, Förster, Unternehmer und Ehrenamtliche vor Ort und die benötigen Planungssicherheit und Vertrauen in die Praxis, denn Waldumbau ist eine Generationenaufgabe und braucht Verlässlichkeit - politisch, finanziell und gesellschaftlich. Nachhaltige Waldbewirtschaftung gehört auf die politische Tagesordnung. Nicht ideologisch oder dogmatisch, sondern pragmatisch, wissenschaftlich fundiert und gemeinsam mit der Praxis. Diesem Urteil schlossen sich auch die anwesenden Kommunalpolitiker, unter anderem der stellvertretende Landrat des Kreises Höxter, Werner Dürdoth, der Bürgermeister von Borgentreich und derzeitige Sprecher der Bürgermeister im Kreis Höxter, Nicolas Aisch, an. Nach der detailreichen und fundierten Analyse zum Tauziehen um unsere Wälder durch Herrn Haase, stellte sich der Flächenbesitzer, Herr Albers, den Fragen der Besucher zu Aufwuchs, Pflege, Verbiss, Bejagung und Erwartungen an den Wald im Allgemeinen und der zu besichtigenden Fläche im Speziellen. Er ist hoch erfreut, dass die damals gepflanzten Bäume fast alle angewachsen sind und die Besucher vor Ort konnten sich ein eigenes Bild von den guten Wachstumsfortschritten „ihrer“ kleinen Bäumchen machen.
Bei Bratwurst und Kaltgetränken kam es zu einem regen Meinungs- und Faktenaustausch zwischen Politikern, Waldbewirtschaftern und allgemeinen Besuchern. Es wurde auch die Sorge vor der Einrichtung weiterer umfangreicher Wildnisgebiete in unserer Region vorgetragen. In bereits ausgewiesenen Gebieten werden teilweise hochwertige Bäume zur Verkehrssicherung gefällt und anschließend verrottet der wertvolle Rohstoff Holz auf diesen Flächen. Man war sich einig, dass der Besichtigungstermin vor Ort des Vereins Unsere Egge einen wertvollen Beitrag zum Gedankenaustausch zwischen Politik, Waldbewirtschaftern und Bevölkerung geleistet hat.







